Im Zentrum meiner Arbeit steht eine einfache Frage: Wie gelingt Wandel, ohne dass Menschen und Regionen dabei auf der Strecke bleiben? Seit vielen Jahren bewege ich mich an der Schnittstelle von Industrie, Politik und Wissenschaft – dort, wo Entscheidungen getroffen werden, aber auch dort, wo ihre Folgen spürbar werden.

 

Prägend für mich ist mein eigener Weg. Ich komme aus dem Handwerk und habe früh gelernt, dass gute Lösungen selten aus Theorie allein entstehen. Über den zweiten Bildungsweg führte mich mein Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen zur Volkswirtschaftslehre und Sozialökonomie – mit Schwerpunkten internationale Beziehungen und Entwicklungsökonomie. Ein Arbeitsaufenthalt in Uganda Anfang der 1990er Jahre hat mich dabei besonders geprägt: Er hat mir deutlich gemacht, wie eng wirtschaftliche Fragen mit Stabilität, Chancen und gesellschaftlichem Zusammenhalt verbunden sind.

 

Beruflich hat mich diese Perspektive zuerst in die Hochschulverwaltung und Beratung geführt – und dann in den Deutschen Bundestag. Dort habe ich über viele Jahre wirtschafts- und technologiepolitische Prozesse begleitet: von Industriepolitik und Energiewende bis zu den Spannungen in Handel, Produktion und Lieferketten. Diese Zeit hat meinen Sinn für das Wesentliche geschärft: Was politisch gut klingt, muss sich in der Praxis bewähren – und es braucht belastbare Analysen, um Zielkonflikte offen zu benennen.

 

Mit einem Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung habe ich anschließend erforscht, wie die Einführung finanzmarktbasierter Alterssicherung sozialpolitische Debatten verändert und welche makroökonomischen Folgen damit verbunden sind. Die Dissertation erschien im Metropolis-Verlag unter dem Titel „Politische Ökonomie der Alterssicherung“. Forschung heißt für mich dabei nicht Rückzug, sondern Präzision: Begriffe klären, konkrete soziale und ökonomische Wirkungen aufzeigen, Argumente schärfen und vor allem kritisch gegen den "Strich bürsten".

 

Heute arbeite ich im Regionalen Transformationsnetzwerk Berlin-Brandenburg (ReTraNetz-BB) an den sehr konkreten Fragen des industriellen Umbruchs der Automotive-Branche – und bringe meine Erfahrungen aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusammen. Ich schreibe, spreche und berate, wenn es darum geht, Transformation zu verstehen und strategisch, sozial und umsetzbar zu denken – ohne Schlagworte, aber mit Haltung, Substanz und Kritik.